Hettstedter Sehenswürdigkeiten

Unsere Stadt , idyllisch am Ostrand des Harzes gelegen, kann auf eine jahrhundertelange Kupferbergbautradition zurückblicken und prägt sie mit ihrer dafür typischen Haldenlandschaft bis heute. Viele bergmännische Traditionen sind uns erhalten geblieben und historische Zeugen erinnern an vergangene Jahrhunderte.

Bergbaudenkmal

So zum Beispiel das Bergbaudenkmal mitten auf dem historischen Marktplatz, welches 1950 errichtet wurde. Auf die Ursprünge des Kupferschieferbergbaus und des Hüttenwesens weisen die vier Reliefdarstellungen hin, worauf die legendären Bergleute Nappian und Neucke abgebildet sind, die um das Jahr 1200 in dieser Region Kupferschiefer entdeckten.

Saigertor

Das Wahrzeichen der Stadt Hettstedt, das Saigertor, war von 1430 bis 1439 von einer ein-Kilometer langen Stadtmauer mit mehreren Wehrtürmen und vier Toren umgeben. Es war das nördlichste Tor und wurde nach seiner Zerstörung durch ein Feuer 1721 bis 1722 wieder in veränderter Form mit einer barocken Haube und Uhr errichtet. Die Uhr, ein anderer mansfeldischer Ausdruck dafür war „Saiger“, gab dem Saigertor seinen Namen.

Kunstzuckerhut Hettstedt

Der Zuckerhut oder Hexenturm genannt, 1434 erbaut, diente als Wach- und Verteidigungsturm der früheren Stadtbefestigung. Ein Wehrgang führte vom Saigertor zum Zuckerhut, um im Fall eines Angriffs schnell verteidigungsbereit zu sein. Die alternative Bezeichnung Hexenturm liegt darin begründet, dass man im Mittelalter glaubte, dort Hexen eingesperrt zu haben, was jedoch nicht der Fall war. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts wurde aus Resten der Stadtmauer ein zweigeschossiges Wohnhaus und Gefängnisbau angebaut, was bis in die 1930er Jahre als Gefängnis genutzt wurde. Aufgrund seines pyramidenförmigen Aufsatzes, wird er auch als „Zuckerhut“ bezeichnet.

Heute hat sich dort der Kunstzuckerhutverein etabliert und bietet Kunstinteressierten regelmäßig Ausstellungen und Workshops.

Alte Druckerei Heise

Die alte Hettstedter Druckerei Heise ist noch vollständig mit Setzerei sowie Stereotypie erhalten und  steht mit seinem Gebäude sowie der Druckereiausstatung unter Denkmalschutz und befindet sich ganz in der Nähe des Marktes.  Die erste Ausgabe der „Hettstedter Zeitung“ , wurde im Gründungsjahr der Druckerei 1889 veröffentlicht.

1941 wurde deren Druck eingestellt und unter dem Namen Buchdruckerei Heise als Akzidenzdruckerei weiter geführt.

Seit 2001 engagiert sich der Verein „Alte Hettstedter Druckerei Heise“ für diese Einrichtung und hat maßgeblichen Anteil an der Sanierung des Druckereigebäudes und  Restaurierung der Maschinen zur Wiederaufstellung und Vorführung an ihren Standplätzen in der Setzerei, Druckerei und Stereotypie.

Molmecktor

Das Molmecktor, 1434 erbaut, erhielt seinen Namen wahrscheinlich von seinem Erbauer, dem Kornhändler Jacob Molmiß. Der Sage nach soll er schuldhaft an überhöhten Getreidepreisen gewesen sein, so dass sich die Hettstedter Bürger zusammenschlossen und ihm die Kosten für den Bau des Molmeck Tors aufzwangen. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab die Preise für Getreide weiter in die Höhe zu treiben. So sperrten ihn die Bürger schließlich in seinen eigenen Turm ein. Als er fliehen wollte, blieb er an einem Vorsprung hängen, verhungerte und wurde zu Stein. Bis heute sieht man eine am Turm auf einem verzierten Kragstein angebrachte Figur,  die einen Wasserspeier darstellen soll. Einst wurde der Turm auch als Gefängnis genutzt.

Gangolfkirche

Die Entdeckung des Kupferschiefererzes von Nappian und Neucke zog viele Menschen an unseren heute so geschichtsträchtigen Ort.  Demzufolge baute man eine erste Andachtsstätte auf dem Kupferberg, die Marienkapelle, die aber bald mit Zunahme der Bevölkerung zu klein war und wieder abgerissen wurde.  Aus Zechstein und Schiefer entstand an gleicher Stelle eine neue Kirche. Da Hettstedt und seine Umgebung damals noch zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Arnstein gehörte, beschloß Graf  Albert von Arnstein um 1204 die Verlegung des Arnsteiner Hospitals auf den Kupferberg. Seitdem diente die Kapelle als Hospitalkirche und wurde dem heiligen Gangolf geweiht.

Der Umbau der romanischen Kapelle St. Maria zur gotischen Dorfkirche St. Gangolf erfolgte um 1400, wobei eine Vorhalle angebaut und anstatt der romanischen Rundbogenfenster gotische Spitzbogenfenster eingesetzt wurden.

Die Eingemeindung des Kupferberges nach Hettstedt war 1879.

St.-Jacobi-Kirche

Eines der ältesten Bauwerke der Stadt Hettstedt ist die St.-Jacobi-Kirche. Bis zum 15. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine kleine Kapelle, welche aufgrund von Bevölkerungszuwachs durch eine 3-schiffige spätgotische Hallenkirche(Bauzeit 1418 bis 1517) ersetzt wurde.  Ein großer Brand 1697 verschonte auch die St-.Jakobi-Kirche nicht und ließ nur noch die Mauern stehen, die uns bis heute erhalten sind. Der Wiederaufbau der Kirche, allerdings mit barocker Haube, zog sich bis 1706 hin. Ihr heutiges Aussehen mit  Turmuhr,  resultiert aus einem letzten Umbau 1905.

Humboldtschlösschen Mansfeld-Museum

Einen besonderen Platz in unserer historischen Region nimmt das Humboldtschlösschen und Mansfeld-Museum im Ortsteil Burgörner ein. Das liebevoll restaurierte Barockschlösschen 1721 erbaut  und vom preußischen Regierungspräsidenten Karl-Friedrich von Dacheröden 1740 als Rittergut gekauft, diente seiner Enkelin, Caroline von Dacheröden und ihrem Mann, dem  preußischen Minister Wilhelm von Humboldt einige Jahre als Wohnsitz. Enge Freundschaften verbanden beide mit Friedrich von Schiller und dessen Ehefrau sowie mit Johann Wolfgang von Goethe, was aus einer langjährigen Briefkorrespondenz hervorgeht. Ein Teil des Museums ist der Geschichte des Gutes und seiner Eigentümer gewidmet  und ein weiterer Teil zeigt einzigartige Exponate zur Bergbau-und Industriegeschichte sowie ein originalgetreuer Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart. Diese  im August 1785 auf dem König-Friedrich-Schacht in Betrieb genommene Dampfmaschine diente zur Entwässerung der Schachtanlagen.  In Würdigung dieses Ereignisses ließ der Verein Deutscher Ingenieure  auf einer Halde dieses Schachtes ein von ihm gestiftetes Maschinendenkmal aufstellen.

Die weit über die Grenzen unserer Region bekannten und sehr beliebten Modell-Dampftage sowie Mineralien- und Fossilienbörse finden jährlich auf dem Gelände des Mansfeld-Museums statt.